
» BEI BABYS UND KLEINKINDERN
• Unstillbares Schreien
• Motorische Unruhe mit Unzufriedenheit / Quengeln
• Irritabilität, sensorische Übererregbarkeit
• Neigung zu Überstreckung und taktile Abwehr
• Drang in die Vertikale, Ablehnung horizontaler
Körperpositionen
• Bedürfnis, herumgetragen zu werden
(vestibuläre Stimulation und visuelle Ablenkung)
• Pseudostabilität durch Ablenkung
und neue Reize
• Paradoxer „Reizhunger“, „Augenkinder“ (wollen alles sehen)
• Mimosenhafte Überängstlichkeit, ängstlicher Rückzug
• Unfähigkeit, bei Ermüdung „abzuschalten“, zur Ruhe
zu kommen und einzuschlafen
• Kumulatives Schlafdefizit mit extrem kurzen
Schlafphasen am Tag
• Übermüdung und Überreiztheit mit
Schreigipfel in den Abendstunden
• Mangel an ruhig – aufmerksamen
Wachphasen
» BEI DER ELTERN-KIND-BEZIEHUNG
• Erschwertes Handling bei motorischer Unruhe und
elterlicher Verunsicherung
• Unterbrechbarkeit der Unruhephasen durch Herumtragen
und ständig wechselndes Reizangebot
• Unwirksamkeit normaler Beruhigungshilfen beim Schreien
• Unterbrechbarkeit der Schreizustände durch intensive vestibuläre (Schaukel-)Reize und Motorengeräusche
• Dysfunktionale Interaktionen beim
Beruhigen und Schlafenlegen mit
häufigem Wechsel intensiver,
teilweise bizarrer Beruhigungshilfen
• Nachlassen der Stimulation löst erneutes Schreien aus,
das durch intensivierte Stimulation von den Eltern
beantwortet wird
• Auf dem Arm „Kampf gegen das Einschlafen“ mit
motorischer Unruhe, taktiler Abwehr, Opisthotonus
(Überstreckung)
• „Teufelskreise“ eskalierender beiderseitiger Anspannung
und Erregung
• Im Gegensatz dazu nur selten „Engelskreise“ intuitiv abgestimmter
Zwiegespräche bei geglückter
Beruhigung oder im Zustand
ruhig – aufmerksamen Wachens
» BEI DER ELTERLICHEN BELASTUNG
• Hochgradige Erschöpfung, Anspannung, Überforderung
• Depressivität, Hilflosigkeit, Versagensgefühle
• Verletzbarkeit, ohnmächtige Wut, Gefühl abgelehnt
zu werden
• Hemmung der intuitiven elterlichen Kompetenz
• Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse
• Angespannte Paarbeziehung

In Anlehnung an das Münchner Konzept nach Prof. Dr. Mechthild Papoušek.
REGULATIONSHILFEN UND BERUHIGUNGSSTRATEGIEN
• Reizreduktion
- im Tagesablauf, bei der Gestaltung der Umgebung
- bei den Beruhigungsstrategien
- Schaffen von Ruheinseln (beim Trinken, beim Spielen)
• Begrenzung schaffen zur Reizreduktion
- im Kinderwagen, im Bett , beim Trinken
- auf der Liege- / Spieldecke
- Visuelle Abschirmung
- Druck und engere Berührung
- Umlagern mittels Stillkissen
• Übermüdung vermeiden
- Allmählich zur Ruhe bringen
- Schlaf–Wach-Rhythmus verbessern
• Nutzen von Wachphasen
- eher Vormittagsstunden (Kind ist aufnahmebereiter,
positive Erfahrung)
-„Zwiegespräche“, Spielen, Anregungen
• Routine schaffen
- Regelmäßigkeit, Gewöhnung des Babys an Routinen
- Ständiges Wechseln und immer neues Ausprobieren
vermeiden
• Evtl. Schnullergewöhnung
(zur Selbstberuhigung): Auch begleitet unter gezieltem Einsatz von Hängematte, von körperbezogenen
Materialien (Säckchen), Babymassage
• Adäquates Handling vermitteln
- Gezielte, ruhige, eindeutige
Griffe beim Hochheben, Wickeln,
Halten, Tragen
- Nicht hektisch u. fürs Kind „diffus“
• Timeout für die Eltern zur eigenen Entspannung
- Ablegen des Kindes bei großer Anspannung, Aggression
und Erschöpfung
- Erst selbst entspannen, dann erneuter Versuch, das Baby
zu beruhigen
• Anleitung zu körperbezogenem Spiel (Hände / Füße)
• Anleitung zur Babymassage (dosiert und regulierend)
• Es gibt kein Patentrezept für Beruhigungs- und Einschlafhilfen:
- Wichtiger als die Methode ist die
Regelmäßigkeit
- Sanftes Vorgehen, ohne Hektik
- Häufigen Wechsel und immer
neues Ausprobieren vermeiden,
möglichst bei einer Strategie
bleiben zur Gewöhnung an
regelmäßige Einschlafbedingungen
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